Multiplexer: Netzwerkleitungen effizient nutzen

23.03.2020 17:26

In der Netzwerktechnik wird häufig auf das Multiplexverfahren zurückgegriffen, wenn mehrere Signale zwischen unterschiedlichen Sendern und Empfängern über eine Leitung übertragen werden sollen. Dies ist in großen Netzwerken hilfreich, um die Netzwerkinfrastruktur ohne viel Aufwand zu erweitern. Oftmals liegen bereits Kabel zwischen zwei Punkten, an denen neue Verbindungen benötigt werden. Anstelle ein zweites Kabel parallel zu verlegen, was mitunter einen hohen baulichen Aufwand bedeutet und entsprechende Kosten mit sich bringt, werden Multiplexer eingesetzt. Diese können zwei oder mehr Signale von unterschiedlichen Quellen in ein Netzwerkkabel einspeisen. Am anderen Ende befindet sich ebenfalls ein Multiplexer, der diese Signale erneut trennt und über separate Kabel weiter sendet.

So arbeiten Multiplexer

Multiplexer sammeln Datensignale von verschiedenen Quellen und übertragen diese gesammelt auf einer Leitung. Moderne Multiplexer in der IT nutzen das optische Wellenlängenmultiplexverfahren und senden Daten über Glasfaserverbindungen. Hierzu werden die einzelnen Signale auf unterschiedliche Wellenlängen gelegt, sodass sie eindeutig identifizierbar und voneinander getrennt sind. Bis zu 16 Verbindungen können so über ein Glasfaserkabel gesendet werden.

Ein Netz, in dem das Multiplexverfahren genutzt werden soll, besteht immer aus zwei Systemen. Während auf der einen Seite die Signale gesammelt werden, ist der andere Multiplexer dafür zuständig, die Daten wieder zu trennen und auf die passenden Leitungen zu verteilen. Deshalb wird hier oftmals vom Demultiplexer gesprochen. Daten können jedoch in beide Richtungen übertragen werden.

Einsatzmöglichkeiten von Multiplexern

Multiplexer sind vor allem im Backbone von internen Netzwerken im Einsatz. Auch an Knotenpunkten von Netzwerkverbindungen ist ein Multiplexer häufig sinnvoll. Multiplexer reduzieren die Anzahl an Netzwerkkabeln, was mehrere Vorteile hat. Zum einen reduziert sich die Anzahl der Verbindungen. Zum anderen sorgt dies für Ordnung und Struktur, was besonders in großen Netzwerken wichtig ist. Außerdem ist es einfacher, Fehler in der Übertragung zu lokalisieren, da es weniger Kabelverbindungen gibt.

Da digitale Multiplexer mit dem optischen Wellenlängenmultiplexverfahren arbeiten, können diese Systeme auch dafür genutzt werden, die Reichweite eines Netzwerks zu erweitern. Verbindungen via Ethernet sind auf etwa 100 Meter begrenzt. Dann muss das Signal notfalls mit einem Repeater verstärkt werden. Glasfaserkabel hingegen sind für Verbindungen über mehrere Kilometer ausgelegt. Für diesen Zweck gibt es Ethernet Multiplexer, die gleichzeitig als Signalwandler dienen. So werden Ethernet-Kabel am Multiplexer angeschlossen und das Gerät wandelt die analogen in digitale Daten. Die eigentliche Datenübertragung findet dann über Lichtwellenleiter statt. Der Demultiplexer wandelt die digitalen Signale wieder, trennt diese und leitet sie auf die einzelnen Ethernet-Kabel weiter.

Multiplexer in die Netzwerkinfrastruktur integrieren

Solche Systeme integrieren sich prinzipiell sehr einfach in die bestehende Netzwerkinfrastruktur. Ein bereits verlegter Lichtwellenleiter kann einfach genutzt werden und an den Orten, wo die Signale gesammelt beziehungsweise gesplittet werden sollen, werden der Multiplexer sowie der Demultiplexer aufgestellt. Die großen Multiplexer mit 16 Ports sind im 19-Zoll-Format für die Integration in die Netzwerkinfrastruktur und Racks geeignet. Kleinere Modelle mit vier oder acht Kanälen sind kompakter und beispielsweise für die Wandmontage geeignet.

Passive Multiplexer sind besonders einfach anzuschließen. Die einzelnen Ports sind beschriftet und auf die Wellenlängen eingestellt. So ist auf einen Blick zu erkennen, an welchem Port welches Netzwerksignal ankommt. In unserem Onlineshop stehen verschiedene Varianten von Multiplexern zur Auswahl. Falls Sie noch Fragen zum Thema haben oder Hilfe bei der Suche benötigen, dann sprechen Sie uns an.

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